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Inline-Messtechnik statt Momentaufnahme: Warum Laborwerte allein Prozesse nicht stabilisieren

Inline-Messtechnik statt Momentaufnahme: Warum Laborwerte allein Prozesse nicht stabilisieren

Frühzeitig messen 

Prozesse besser steuern

Laborwerte zeigen, was passiert ist. Inline-Messung hilft, Abweichungen dort zu erkennen, wo sie entstehen – direkt im laufenden Prozess.

Warum Messwerte allein noch keine Prozessstabilität schaffen

In der Getränkeproduktion sind Laboranalysen und Endproduktkontrollen wichtige Bestandteile der Qualitätssicherung. Sie zeigen, ob ein Produkt bestimmte Anforderungen erfüllt und ob relevante Parameter im Zielbereich liegen.

Für die aktive Prozessführung reicht eine spätere Kontrolle jedoch nicht immer aus. Viele Abweichungen entstehen bereits während der Produktion – zum Beispiel bei Filtration, Blending, Karbonisierung, Entgasung, Würzebehandlung oder vor der Abfüllung.

Wenn ein Problem erst im Labor oder am fertigen Produkt sichtbar wird, ist der Prozessschritt, in dem die Abweichung entstanden ist, oft bereits abgeschlossen. Der Handlungsspielraum ist dann begrenzt.

Inline-Messtechnik setzt früher an: direkt im laufenden Prozess.


Typische Grenzen reiner Stichproben und Endkontrollen

Laborwerte sind präzise und notwendig, aber sie bilden meist einen definierten Zeitpunkt ab. Zwischen zwei Messungen kann sich der Prozess bereits verändert haben.

Typische Herausforderungen sind:


  • Abweichungen werden erst nachträglich sichtbar

  • Ursachen lassen sich nicht immer eindeutig einem Prozessschritt zuordnen

  • Schwankungen im laufenden Betrieb bleiben zwischen Stichproben unentdeckt

  • Prozessparameter werden gemessen, aber nicht direkt in die Steuerung eingebunden

  • Qualitätssicherung und Prozessführung laufen getrennt voneinander


Das bedeutet nicht, dass Laboranalysen ersetzt werden sollen. Entscheidend ist vielmehr, sie durch kontinuierliche Prozessdaten sinnvoll zu ergänzen.


Technischer Hintergrund

Inline-Messtechnik erfasst relevante Parameter direkt im Produkt- oder Prozessstrom. Dadurch werden Messwerte nicht erst nachgelagert verfügbar, sondern während der Produktion.

Je nach Anwendung können unterschiedliche Parameter relevant sein, zum Beispiel:


  • Sauerstoff

  • Kohlendioxid

  • Dichte

  • Brix

  • Extrakt

  • Stammwürze

  • Alkoholgehalt


In Brauerei- und Getränkeprozessen können solche Messwerte an unterschiedlichen Stellen wichtig sein – etwa beim Blending, bei der Karbonisierung, bei der Filtration, vor dem Füller oder in der Produktvorbereitung.

So lassen sich Prozesszustände nicht nur prüfen, sondern während des laufenden Betriebs beobachten und bewerten.


Warum Inline-Messung mehr ist als ein zusätzlicher Messpunkt

Ein Inline-Sensor allein stabilisiert noch keinen Prozess. Entscheidend ist, wie der Messwert genutzt wird.

Wird ein Parameter nur angezeigt, bleibt er eine Information. Wird er jedoch in die Prozessführung, Automatisierung oder Rezeptsteuerung eingebunden, kann er zur aktiven Kontrolle beitragen.

Das ist besonders relevant bei Prozessen, bei denen mehrere Faktoren zusammenspielen – zum Beispiel CO₂-Gehalt, Produktstrom, Druck, Temperatur, Alkoholgehalt oder Stammwürze.

Inline-Messtechnik wird dadurch Teil eines Gesamtsystems aus Messung, Prozessverständnis und Automatisierung.


Beispiele für relevante Prozessbereiche

In der Getränkeproduktion gibt es viele Punkte, an denen kontinuierliche Messung sinnvoll sein kann.

Dazu gehören unter anderem:


  • CO₂-Kontrolle bei Karbonisierung und Carboblending

  • O₂-Überwachung bei sauerstoffsensiblen Prozessschritten

  • Alkohol- und Stammwürzemessung im High Gravity Blending

  • Brix- oder Extraktmessung bei Softdrinks, Sirupen oder Würze

  • Dichte- und Konzentrationsmessung in Produkt- und Mischprozessen

  • Messpunkte vor kritischen Übergängen wie Lagerung oder Abfüllung


Welche Messpunkte sinnvoll sind, hängt immer vom Produkt, vom Anlagenaufbau, vom Prozessziel und von den vorhandenen Steuerungsmöglichkeiten ab.


Warum Prozessdaten in die Gesamtanlage gehören

Stabile Prozesse entstehen nicht durch isolierte Einzelinformationen. Messwerte müssen zum Anlagenkonzept passen.

Dazu gehören:


  • passende Messstellen im Prozess

  • hygienisches und CIP-fähiges Design

  • geeignete Einbindung in Automatisierung und Bedienung

  • nachvollziehbare Prozessführung

  • abgestimmte Rezept- und Steuerungslogik

  • Verständnis für die Wechselwirkung zwischen Messwert und Prozessschritt


Erst wenn Messwerte im richtigen Kontext genutzt werden, entsteht aus Datenerfassung eine belastbare Prozesskontrolle.


Mögliche technische Lösungsansätze


Je nach Anwendung können unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein:


  • Analyse kritischer Prozesspunkte

  • Definition geeigneter Inline-Messstellen

  • kontinuierliche Messung relevanter Parameter wie O₂, CO₂, Alkohol, Dichte, Brix oder Extrakt

  • Integration der Messwerte in Automatisierung und Prozesssteuerung

  • Abstimmung von Messung, Rezeptführung und Anlagenlogik

  • Kombination von Inline-Daten und Laboranalysen

  • Überprüfung bestehender Messpunkte auf Aussagekraft und Position im Prozess

  • Anpassung von Prozesssequenzen, Grenzwerten und Steuerungslogiken


Welche Lösung geeignet ist, hängt immer von der bestehenden Anlage, dem Produkt, den Qualitätszielen und den vorhandenen Mess- und Steuerungspunkten ab.


Fazit: Prozessqualität entsteht nicht erst im Labor


Laboranalysen bleiben ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. Für stabile und reproduzierbare Prozesse müssen Abweichungen jedoch möglichst dort sichtbar werden, wo sie entstehen.

Inline-Messtechnik hilft, Prozesszustände kontinuierlich zu erfassen und in die Prozessführung einzubinden.

So wird Qualität nicht nur nachträglich geprüft, sondern bereits im laufenden Prozess aktiv unterstützt.


Weiterführende Lösungen

Mehr zu Inline-Messtechnik und Prozesskontrolle:
👉 https://www.centec.de/sensorik-messtechnik


Mehr zu Prozesslösungen für die Getränkeindustrie:
👉 https://www.centec.de/getraenke


Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung:
👉 https://www.centec.de/#contact

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